MALTA

Wir sind seit Jahren erfahrene Spezialisten für Malta. Vor Ort vertreten, gestalten wir individuelle Konzepte rund um den privaten oder kommerziellen Betrieb einer Yacht unter Malta-Flagge.
 

Seit einigen Jahren stand eine Malta-Beflaggung bei vor allem größeren Yachten auf der Vorzugsliste. Nicht nur wegen der Premium Flagge und den besonderen Serviceangeboten dieser Seefahrernation, sondern vor allem aufgrund interessanter Umsatzsteuervorteile für Eigner, die eine Lösung für eine EU-versteuerte Yacht suchen.

Über 10 Jahre war Malta mit einem nach eigenem Recht zulässigen VAT Lease Scheme zur schnellen und attraktiven Erreichung des „VAT PAID Status“ - effektiv bestenfalls 5,4% nach nur einer kurzen Charterzeit – unter dem Wahrnehmungsradar der EU geflogen und hat viele große Yachten angezogen.

Dieser „einzigartige Wettbewerbsvorteil“, den sich Malta geschaffen hat ist unwiederbringlich vorbei. Das „Malta Lease Scheme“ ist seit August 2018 außer Kraft und wird so auch nicht mehr kommen. Wer bis zu diesem Zeitpunkt noch eine Annahmebestätigung seiner Lease-Application“ vom maltesischen Finanzministerium bekommen hat, dessen Yacht wird noch zu den alten Konditionen behandelt und er wird 2019 auch das begehrte „VAT PAID“ bekommen. Allen anderen müssen überlegen, was für sie die beste alternative Lösung ist bzw. auf das angekündigte neue Malta-Lease Angebot warten, das jedoch EU-konform mit dem alten wenig gemein haben und in den meisten Fällen nicht mehr wirtschaftlich sein wird. 

Dieses Yacht-Leasing-Modell hat seit August 2018 nach einem Infringement der EU Kommission sein Ende gefunden.

» Kommentar zu Rechtsdiskussionen um das alte Malta Lease Scheme 

MALTA veröffentlicht neue VAT-Leitlinien für ein Nutzungs-Leasing – kein Abzahlungs-Leasing mehr wie früher

Ein EU-Infringement und die Inkompatibilität des “Malta Yacht Lease Scheme”mit EU-Recht (EUGH/Mercedes Case) führte im August 2018 zu dessen Ende. Das nationale Recht Maltas hatte ein faktisches Finanzierungs-Leasing über Jahre als operatives Leasing eingestuft.

Malta hat nun am 28. Februar 2019 neue Leitlinien für ein operatives Lease bei Übergabe/Lieferort der Yacht in Malta veröffentlicht.


Das neue Leasing-Angebot aus Malta hat mit dem alten nichts gemein! Es ist KEIN VAT-“Versteuerungsturbo” mehr, wo nach – meist – 12 Monaten Abzahlungs-Leasing das “VAT-PAID” auf die Yacht erteilt wird, sondern ist ein reines operatives Nutzungs-Lease, bei dem die Yacht VAT FREI bleibt und der Eigner/Nutzer lediglich auf die Nutzung der Yacht in EU Gewässern nach bestimmten Quotenformeln Mehrwertsteuer entrichtet. Die Yacht kann EX VAT wieder verkauft werden.

Damit kann gegenüber der beim Kauf sonst fälligen vollen Steuer auf den Yachtkaufpreis Liquidität gespart werden. Nach den neuen Leitlinien wird die maltesische MwSt auf in Malta laufende Leasingverhältnisse auf der Grundlage der tatsächlichen Nutzung der Yacht berechnet. Dies bedeutet, dass auf den Teil des Leasingverhältnisses, der auf die tatsächliche Nutzung der Yacht in Nicht-EU- oder internationalen Gewässern entfällt, KEINE Mehrwertsteuer erhoben wird.

Ob das der Fall ist, muss im EINZELFALL genau geprüft und berechnet werden. Das neuen Lease ist kein 08/15 Modell mehr wie zuvor mit fixen Standards und der Annahme, dass eine Yacht bestimmter Grüße sich einen bestimmten Prozentsatz nicht in EU Gewässern bewegt, sondern hochvariabel und vom individuellen Nutzungsverhalten und den steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen des jeweiligen Nutzers abhängig.

Das neue Lease ist m.E. ein Schnellschuß und noch unausgegoren. Der Gesetzestext dazu sehr kompliziert und verklausuliert formuliert und entscheidende Fragen wie die Bemessungsgrundlage für das Lease oder den Wert der Yacht nach einem Lease unbeantwortet.


Dennoch, hier in einem ersten Überblick die Bedingungen für die voraussichtliche Anwendung der Leitlinien:

Um in den Genuss der Leitlinien für das Yacht-Leasing zu kommen, müssen aus unserer Sicht zusammengefasst folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Bei langfristigen Leasingverhältnissen muss der Leasinggeber in Malta für Mehrwertsteuerzwecke niedergelassen sein.
  • Bei langfristigen Leasingverhältnissen über 90 Tagen darf der Leasingnehmer, der in oder außerhalb Maltas ansässig sein kann, die Yacht NUR für private Zwecke mieten; Charter nicht möglich!
  • In allen Fällen muss der Leasing-Geber über eine gültige maltesische Mehrwertsteuer-Identifikationsnummer verfügen und die Yacht muss dem Mieter in Malta zur Verfügung gestellt werden.
  • Leasing-Geber und Leasing-Nehmer müssen einen Leasing-Vertrag über die Yacht schließen, der dem Finanzministerium vorzulegen ist.
  • Der Leasing-Geber muss die maltesische Mehrwertsteuer auf der Grundlage der tatsächlichen Nutzung anwenden.
  • Der Leasing-Neber muss angemessene Aufzeichnungen führen, um die tatsächliche Nutzung der Yacht innerhalb/außerhalb des EU-Gebiets dem Leasing-Geber (und dieser dem Ministerium) regelmäßig (längstens mittel jährlicher Erklärung) nachzuweisen.
  • MwSt-Erhebung erfolgt auf der Grundlage einer wirksamen EU-Nutzung.

Nach den Vorschriften ist der Leasing-Geber verpflichtet, dem Leasing-Nehmer die MwSt auf das Leasingentgelt zu berechnen, anzumelden und zu entrichten. In der Regel werden maltesische Mehrwertsteuererklärungen vierteljährlich eingereicht. In diesem Zusammenhang und angesichts der Tatsache, dass im Allgemeinen die Leasing-Zahlungen für Yachten im Voraus gezahlt werden, sehen die Leitlinien einen Anpassungsmechanismus vor, der sicherstellt, dass die endgültige MwSt-Abgabe der tatsächlichen Nutzung der Yacht innerhalb der EU entspricht. Wir gehen davon aus, dass das praktikabel bei Jahres-Leaseverträgen auch im jährlich erfolgt, um nicht in unnötige Bürokratie auszuarten.

Die Leitlinien sehen vor, dass bei den Leasingraten die MwSt vorläufig auf der Grundlage des Prozentsatzes der tatsächlichen Nutzung der Yacht in der EU im jeweiligen Vorjahr erhoben wird. Diese vorläufige MwSt muss nach einer bestimmten Formel jährlich angepasst werden, um dem tatsächlichen Verhältnis zwischen tatsächlicher Nutzung in der EU in der jeweils laufenden Pariode Rechnung zu tragen. In den Leitlinien sind ferner Vorschriften für die Erhebung dieser vorläufigen Mehrwertsteuer im ersten jährlichen Lease-Zeitraum festgelegt. Für MwSt-Anpassungen, die gemäß den Leitlinien vorgenommen werden, fallen keine Sanktionen oder Zinsen an.

Das neue operative Nutzungs-Lease ist deutlich komplizierter in der Gestaltung, Berechnung und laufenden Verwaltung als das alte 12- Monate-Standard-Financial- Lease-Scheme mit festen VAT-Sätzen ohne Nachweis und Prüfung der faktischen Nutzung und bedarf für jeden Fall einen individuelle Gestaltung und Finanzplanung.

Kauf der Yacht durch den Leasing-Geber

Die mehrwertsteuerliche Behandlung des Erwerbs der Yacht durch den Leasing-Geber hängt davon ab, ob die Yacht am jeweiligen Liegeort beschafft, in einem anderen EU-Mitgliedstaat erworben oder aus einem Drittland nach Malta eingeführt wird.

Verkauf der Yacht durch den Leasinggeber

Die mehrwertsteuerliche Behandlung eines etwaigen Verkaufs der Yacht durch den Vermieter hängt vom Ort des Verkaufs zu Mehrwertsteuerzwecken ab. Wenn der Verkauf in Malta stattfindet, ist eine MwSt von 18 % auf die Verkaufssumme fällig.


FAZIT:

Das neue Malta Lease Modell erfordert viel mehr Beratungs-, Verwaltungs- und Planungsarbeit als das alte Lease-Schema, da alles fallweise individuell gestaltet  und aufgebaut werden muss. Auch die laufende Verwaltung bringt  viel mehr Arbeit als das bisherige Standard-Schema, insbesondere für diejenigen Kunden, bei denen von uns auch Direktoren-Dienstleistungen erbracht werden, da der Geschäftsführer des Vermieters /Lessors am Ende des Tages für die Mehrwertsteuerschuld verantwortlich ist, wenn eine Steuerveranlagung ausgestellt wird und die Mehrwertsteuer angenommen und fällig ist.

Dazu kommt besonders bei dem neuen Lease, dass dafür eine nach international rechtlichen Gesichtspunkten rechts- und steuersichere Struktur aufgebaut werden muss. Nicht das Malta Lease in seiner nationalen Fassung entscheidet nämlich über seine rechtliche Kompatibilität mit dem Sitzland-Recht des UBOs, sondern die für ihn geltenden internationalen und nationalen Regeln seines Sitzlandes.
Für deutsche UBOs z.B. sind die vielfach in Malta oft praktizierten 1-Ltd. oder 2-Parallel-Ldt. Lösungen als Struktur nicht rechtskonform.


>> hierzu näher aus einem früheren Beitrag

Das Modell ist daher für Yachten ab 24 – 28 Metern mit echter Reisenutzung geeignet. Für Sonnenlieger an der Pier oder in Buchten kaum!

Beim neuen Malta-Lease Modell 2019 kommt es auf die Einzelfallbetrachtung, Gestaltung und Planung an sowie die Kernfrage, ob das Modell im konkreten Fall wirtschaftlich ist.

Bei allen Malta Lease Angebot bleiben alle rechtlichen und steuerlichen Fragen aus Sicht des steuerlichen Wohnsitzlandes des Eigners/UBO bestehen:

Durch fundamentale Rechtsänderungen auf EU-Ebene und Ratifizierung in den EU-Ländernsowie jüngsten Entscheidungen des BFH seit 2014, funktioniert das Standard-Malta-Leasing-Modell vor allem für Yachten über 24 m nur noch für Malta-Bürger und führt im Wohnsitzland im Bereich der Umsatzsteuer (u.a. Yachtleasing bei Yachten über 24 m und länger als 90 Tage am Wohnsitz des Mieters), Körperschaftsteuer, Einkommensteuer, Abgeltungssteuer und Außensteuer zu Problemen. Dazu kommen Risiken der verdeckten Gewinnausschüttung.

Das Problem ist nicht das Malta-Lease-Modell an sich, sondern seine rechtsichere Nutzung für Nicht-Malta-Bürger. Wir haben in einem internationalen Team länderübergreifend mehrere Wochen an einer Lösung gearbeitet, das Malta-Leasing-Angebot für EU-Bürger, die Nicht-Malteser sind, rechtlich und steuerlich weiter möglich zu machen. Die gefundene Lösung ist keine Änderung des gesetzlichen Malta-Yacht-Leasing-Modell-Angebots, sondern ein notwendig grundlegend neuer Weg seiner rechtssicheren Nutzung und Andienung - und dies individuell für jeden Fall gemäß dem im Wohnsitzland des UBOs geltenden Rechts gesondert. Darüber hinaus ist es wichtig, laufende Änderungen zu berücksichtigen. 

Ich kann es nicht oft genug betonen: Das Malta-Yacht-Leasing ist - egal in welcher Ausgestaltung ob vor oder nach 2018 - kein Produkt, das man im wahrsten Sinne aus dem Regal weg kaufen kann und alles ist gut. Im Gegenteil: Das Regal-Produkt hält keiner Prüfung stand, wenn es nicht aus dem steuerlichen Wohnsitzland heraus und der steuerlichen Situation des Eigners entsprechend gestaltet wird.