"French-Leasing" nur für besondere Fälle


Das French-Leasing ist nur

  • für Eigner von Yachten unter 24 m geeignet,
  • die für die Leasingzeit ab 4 Jahre dauerhaft außerhalb der europäischen Hoheitsgewässer unterwegs sind und
  • ist nur über in Frankreich zugelassene Leasing-Unternehmen möglich.

Die französische Steuergesetzgebung sieht für die Zeit, in der sich eine vermietete Yacht außerhalb der europäischen Hoheitsgewässer befindet, keine Mehrwertsteuerpflicht vor.

Einschlägige Regelungen weisen deutlich darauf hin, dass diese Sonder-VAT für den Leasingnehmer nur gilt, wenn die Leasingzeit unter 90 Tagen (also analog Deutschland) liegt. Nach Ratifizierung von EU-Richtlinien wurde der § 3a III 2 UStG iVm dem BMF Anwendungserlass von 9/2013 so geändert, dass Yachtleasing bei Yachten über 24 m und länger als 90 Tage am Wohnsitz des Mieters zu versteuern sind, also Deutschland mit 19%. Damit funktioniert das French-Leasing, wie auch das Italian-Leasing grundsätzlich bei Eignern und Leasingnehmern, die EU-Bürger sind, in der traditionellen Form nur für kleinere Yachten!


Es gibt zwei Leasingmodelle:

  1. Das erste Modell ist direkt am Gesetzestext der Besteuerung orientiert an der tatsächlichen Nutzung der Yacht und lohnt sich insbesondere für Eigner, die  auf große Fahrt gehen oder einen dauerhaften Liegeplatz außerhalb der EU haben. Sie zahlen aktuell 20% französische Mehrwertsteuer nur für die Zeit, in der Sie sich mit Ihrer Yacht innerhalb der 12 Meilen Zone der Hoheitsgewässer der Europäischen Union befinden. Das Modell lohnt speziell für kleinere Yachten , die ihren Liegeplatz in der Karibik (französische und niederländische Antillen) haben. Die Steuer wird also über mind. 4 Jahre als Mix zwischen 0 und 20% berechnet, je nach Aufenthalt.
  2. Für alle, die nicht glaubhaft mit Logbuchaufzeichnungen nachweisen können, dass sie die geforderte Quote außerhalb von EU-Gewässern sind, gibt es Regeln, die das Verfahren beträchtlich erleichtern sollen. Das zweite Modell basiert auf der vorläufigen Annahme der französischen Steuerbehörde zu Gunsten der Leasinggesellschaft, dass ein Sportboot, welches rein technisch gesehen dazu in der Lage ist, sich stets 50% der Zeit außerhalb der 12 Meilen Zone der Hoheitsgewässer der Europäischen Union befindet. Sofern die Leasinggesellschaft Schwierigkeiten bei der Bewertung des Zeitraumes hat, die das vermietete Sportboot außerhalb der europäischen Hoheitsgewässer verbringt, darf sie dies gegenüber den Steuerbehörden pauschal bewerten. Eine entsprechende Erklärung wird der Leasinggeber jährlich vom Leasingnehmer abverlangen, denn die Haftung der Annahme durch die Steuerbehörden bleibt beim Leasingnehmer. Der Vermieter gibt die Erklärungen nur im Namen des Mieters weiter. Die Beweislast für die mind. 50% (unter Vorbehalt der Nachprüfung) bleibt also auch hier beim Mieter. 50% pauschal und die Yacht als Hausboot in EU-Gewässern nutzen, geht also nicht.

Am Ende der Leasinglaufzeit hat der Eigner die Option Eigentümer der Yacht zu werden. Auf den endgültigen Kaufoptionspreis fällt wiederum die volle reguläre französische Mehrwertsteuer an.


Fazit: Das French-Leasing ist nur sehr eingeschränkt anwendbar. Wir sehen ein nicht zu unterschätzendes Risiko bereits darin, dass das Leasing nur über in Frankreich zugelassene Leasinggesellschaften (meist Bank-Tochtergesellschaften) mit fixer Gestaltung möglich ist. Damit zahlt der Leasingnehmer auf ein Boot, das der Leasinggesellschaft gehört. Geht diese z.B. insolvent, wie viele Beispiele zeigen, wird aus seiner Kaufoption am Ende des Financial-Lease wertlos. Dazu ist die Leasingbindung von mind. 4 Jahren unflexibel. Jede andere Gestaltung stuft der franz. Fiskus als Kauf ein und erhebt nicht nur die volle MwSt., sondern wegen Missbrauchsgestaltung nochmals 80% der anfallenden Steuer.

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