5 gravierende Gründe gegen "Italian Lease"


I.             Das "Italian-Lease" ist im Vergleich steuerlich deutlich teurer als das Malta-Lease-Scheme

Grundsätzlich bietet das Italian-Leasing folgende VAT-Raten;

aktuell:

  • Yachten über 24 m:                          6,4%
  • Yachten von 16,01-24 m:                  8,8%
  • Yachten von 12,01-16 m:                11,0%

>>  Bei einer Yacht über 24 m damit um 0,9% teurer als vergleichsweise die Malta-Lösung mit 5,4%, bei einer Yacht unter 24 m 1,2 % teurer als die Malta-Lösung mit 7,2%.


II.            Gravierende Rechtsänderungen in 2013-2014 sind das „AUS“ des Scheme für Nicht-Italiener

Einschlägige Regelungen weisen deutlich darauf hin, dass diese Sonder-VAT für den Leasingnehmer nur gilt, wenn Leasing unter 90 Tagen (analog Deutschland). Nach Ratifizierung von EU-Richtlinien wurde der § 3a III 2 UStG iVm dem BMF Anwendungserlass von 9/2013 so geändert, dass Yachtleasing bei Yachten über 24 m und länger als 90 Tage am Wohnsitz des Mieters zu versteuern sind, also bei steuerlichem Sitz Deutschland mit 19%. Damit funktioniert das Italian-Leasing grundsätzlich nur für Eigner und Leasingnehmer, die Nicht-Italiener und EU-Bürger sind, in der traditionellen Form nur für kleiner Yachten!


III.          Es bietet keine Rechtssicherheit und ist eine Mogelpackung, die am Ende dem Vorbehalt der Nachprüfung unterliegt und selbst für Italiener nur ganz selten hält.

Die obigen Quoten gelten – anders als in Malta – unter VORBEHALT DER NACHRPRÜFUNG DURCH DIE STEUERBEHÖRDE. Wenn diese Quoten (d.h. 70% der Fahrzeit außerhalb 12 sm in der EU) nicht anhand der Logbücher genau nachgewiesen werden können, wird die volle MwSt. von aktuell 22 % fällig:

“The captain of a yacht shall carefully keep the logbook of the yacht. The logbook is a record of operational data relating to a ship (under Italian navigation code, a vessel whose overall length exceeds 24 meters is a ship) such as weather conditions, times of routine events and significant incidents, crew complement or what ports were docked at and when. The logbook, which can be also in electronic format, is essential to traditional navigation, and must be filled in at least daily. The captain of a yacht is required by international maritime conventions and national legislation to keep accurate records of the cruise. As such, in the case of inspections on board carried out by Italian Cost Guard or by Guardia di Finanza, the captain of the yacht shall immediately provide evidence of the cruise and of the route taken with indication of the actual time spent in international waters. This should be sufficient evidence to prove the correctness of the application of the reduced rate or of the non-application of VAT on the invoice.“

90% der Yachten über 24 m können keine 70% Offshore-Quote  wie gefordert nachweisen, so dass nach einer
Überprüfung die 30% Rate obsolet ist.

Damit funktioniert das Italian-Leasing nur für Eigner, die nachweislich weitgehend oder ausschließlich außerhalb der EU-Gewässer unterwegs sind, z.B. in der Karibik.

>> In Malta gelten die Quoten fix ohne Nachprüfung.


IV.          Das Scheme unterliegt italienischem Recht, Gerichtsstand ist Italien und die Amtssprache aller Dokumente und Verfahren ist Italienisch: Rechtssicherheit ist anders und die amtlichen Übersetzungen sind teuer.

>> Malta verfügt über ein sehr stabiles politisches und rechtliches System mit Amtssprache Englisch; das Recht ist am Englischen angelehnt.


V.           Ich selbst habe derzeit einige Mandate aus dem Bereich laufender Italian-Leasing Verfahren, die allesamt notleidend sind und nicht wie vorgesehen aufgehen. Am Ende bekam der Eigner u.a. nicht das ersehnte „EU-VAT-Paid“ Certificate, sondern nur einen Nachweis auf die bezahlte MwSt. für den Kaufoptionspreis.

>> In Malta besteht von Anfang des Lease an Rechtssicherheit; das konkrete Modell wird nach Vorlage aller Daten vom Finanzministerium per Bescheid abgesegnet.


Fazit: Das Italien-Leasing ist aus unserer Sicht nicht empfehlenswert; zu viel spricht dagegen. Ein nicht zu unterschätzendes Risiko besteht schon darin, dass das Leasing nur über in Italien zugelassene Leasinggesellschaften (meist Bank-Tochtergesellschaften) mit fixer Gestaltung möglich ist. Damit zahlt der Leasingnehmer auf ein Boot, das der Leasinggesellschaft gehört. Geht diese z.B. insolvent, wie viele Beispiele zeigen, wird aus seiner Kaufoption am Ende des Financial-Lease wertlos. Zudem machen viele Banken/Leasinggesellschaften in Italien bei dem Versuch eines Rauskaufs Probleme, sei es durch Unkenntnis der Materie oder durch übertriebene Compliance. Wir haben schon 6-12 Monate für solche Übernahme-Prozesse benötigt, die in längstens einem Monat abwickelbar wären.

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